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Linz, January 2012

Facebook Timeline - ein paar kreative Designs

 

Mittlerweile schon in aller Munde, aber dennoch eine Erwähnung wert. Seit Mitte Dezember ist die neue Chronik für das Facebook Profil verfügbar und wird die Präsentation im sozialen Web vermutlich nachhaltig verändern.


Einmal aktiviert, ist die Timeline nicht mehr rückgängig zu machen
Derzeit ist die Aktivierung der Facebook Chronik im eigenen Profil noch freiwillig. Sobald die Chronik aktiviert wurde, hat man 7 Tage Zeit, um vergangene Beiträge zu löschen/zu verbergen oder aber auch um diese hervorzuheben. Denn: Durch die neue Darstellung können Beiträge aus der Vergangenheit einfach und schnell wieder sichtbar gemacht werden. Die Timeline reicht theoretisch zurück bis zur Geburt. Derzeit ist die Timeline nur für private Profile verfügbar, nicht für Seiten von Unternehmen.


Wie sehen andere eigentlich das eigene Profil?
Um zu überprüfen, wie andere das eigene Profil sehen, einfach "Anzeigen aus der Sicht von…" anklicken. So bekommt man schnell einen guten Überblick, wie Freunde und Fremde das eigene Profil sehen und ob die gewählten Privatsphäre-Einstellungen korrekt sind. Zur eigenen Sicherheit sollte man diese Überprüfung von Zeit zu Zeit durchführen. Grundsätzlich gilt ebenso wie im wahren Leben: Inhalte selektiv posten und nicht immer alles jedem gleich zugänglich machen.



Mehr Kreativität auf Facebook
Eine Einladung sich kreativ zu betätigen, bietet der große Banner-Bereich des neuen Profils, das Titelbild sozusagen. Abschließend noch ein paar lässige Ideen.

 

 

Antonio Fadda - Security Check (Facebook Login nötig)

 

  

 

Christine Hals - Cooles Design in Anlehnung an Super Mario (Facebook Login nötig)

 

 

 

Fabio Marcolongo lässt das alte Facebook Profil wiederaufleben. (Facebook Login nötig)

 

 

 

Lawson Hembree setzt einen QR Code ein, um neue Ideen zu verbreiten. (Facebook Login nötig)

 

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Linz, November 2011

Google+ Pages – Ein neuer Social Media Kanal für Unternehmen

Google+ war bis jetzt nur privaten Anwendern vorbehalten, doch nun ist es auch für Unternehmen, Marken und Organisationen möglich Teil des sozialen Netzwerks zu werden. Somit stellen Google+ Pages  für Unternehmen einen weiteren Social Media Kanal dar, um mit (potenziellen) Kunden in Kontakt zu treten und diese am Laufenden zu halten. Im Allgemeinen sind die Unternehmensprofile von Google+ vergleichbar mit den Facebook-Seiten. Und so sieht die Google Neuerung am Bespiel von Pepsi aus:

 


Was sind die  Grundfunktionen der Google+ Pages?
Der Kopf des Unternehmensprofiles setzt sich aus Markenname, Logo und einer optionalen Kurzbeschreibung zusammen. Zudem können fünf Unternehmensbilder auf die Fotowand upgeloadet werden. Mit dem Button „hinzufügen“ rechts oben haben Nutzer die Möglichkeit, Unternehmen in ihre Circles aufzunehmen und so zu Followern werden. Weiterer Content kann unter den Rubriken „Beiträge“, „Über mich“, „Fotos“ und „Videos“  eingepflegt werden. In der Kategorie “Beiträge” ist der Stream der Google+ Page abgebildet, der den öffentlich geteilten Content der Seite anzeigt. Hier können Nutzer, wie von Google+ Profilen gewohnt, einen Kommentar schreiben, den Inhalt teilen oder ein +1 vergeben. Im Bereich „Über mich“ ist Platz für detaillierte Unternehmensinformationen sowie für weiterführende Links. In diesem Zusammenhang macht es Sinn das Unternehmensprofil mit dem eigenen Webauftritt zu verbinden und umgekehrt. Durch diese Verlinkung kann Google die Relevanz einer Website für Suchanfragen besser eruieren. Dies hat wiederum positive Wirkung auf die Suchmaschinenoptimierung.

Was können Google+ Pages sonst noch?
Die Nutzer können auf Google+ Unternehmensprofile mit dem so genannten „Direct Connect“ geleitet werden. Das funktioniert mit der Eingabe von „+ Name der Marke bzw. des Unternehmens“ in der Google Suche. Um beispielsweise auf die Unternehmensseite von Pepsi zu gelangen ist dementsprechend „+Pepsi“ einzugeben. In weitere Folge kann das Unternehmensprofil direkt zu den eigenen Circles eingepflegt werden. So können aktuelle Nachrichten, Kommentare, Videos, Fotos von den jeweiligen Google+ Seiten im eigenen Stream sichtbar gemacht werden.

Welche Unterschiede gibt es laut Google zu herkömmlichen Google+ Profilen?

  • Google+ Pages können für verschiedenste Kategorien wie Lokale Geschäfte, Produkte, Marken, Kunst, Unterhaltung, Sport, Vereine etc. angelegt werden. Google+ Profile sind im Gegensatz nur Personen vorbehalten.
  • Google+ Pages können Personen erst zu ihren Circles adden, nachdem diese zu Follower geworden sind und das jeweilige Unternehmensprofil hinzugefügt haben.
  • Bei Google+ Pages ist die Privatsphäreeinstellung per default “öffentlich”.
  • Google+ Pages haben den +1 Button.
  • Google+ Pages können selbst kein +1 für andere vergeben.
  • Google+ Pages haben keine Spiele.
  • Google+ Pages erhalten keinerlei Benachrichtigungen, wie E-Mails.
  • Google+ Pages können keine mobilen Hangouts durchführen.


Gibt es Verbesserungspotenzial?
Google+ Pages steht erst am Anfang und es sind sicherlich noch einige Features nötig, um Unternehmen restlos davon zu überzeugen. Eine offensichtliche Schwäche von Google+ Pages ist, dass man derzeit nur einen Administrator anlegen kann. Dies stellt für Unternehmen eine Herausforderung dar, da es zu erheblichen Problemen bei der Seitenbetreuung im Team kommen kann. Bis Google die Mulit-Administratoren-Funktion einführt ist es ratsam folgenden Work-Around anwenden: Am Besten ist es für eine Unternehmensseite ein neues Google-Konto zu eröffnen, um so den Zugriff mehrerer Personen sicherzustellen. Auf diese Weise wird der Problematik entgegengesteuert, dass eine Unternehmensseite an das Profil einer einzelnen Person gekoppelt ist.

Strategie ist alles
Wie auch bei allen anderen Social Media Kanälen ist es zu Beginn wesentlich, eine Strategie zu entwickeln, wie eine Community rund um das Unternehmen bzw. die Marke aufgebaut werden kann. Die  Strategieplanung beinhaltet beispielsweise die Art und Weise wie mit der Community kommuniziert wird; den Einsatz der Kanäle innerhalb von Google+ wie Sparks, Circles und Hangouts; das Festlegen und Messen von Kennzahlen sowie die Definition von Unterschieden zu Kommunikationsstrategien auf Facebook Twitter & Co. Erst wenn man sich über diese Aspekte im Klaren ist, kann das Potenzial von Google+ Pages ausgeschöpft werden und positiv zum Unternehmenserfolg beitragen.


Quellen:

http://aboutgoogleplus.de
http://googleblog.blogspot.com/2011/11/google-pages-connect-with-all-things.html
http://mygoogleplus.de/2011/11/google-plus-seiten-multi-admin-vorschlag

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Linz, October 2011

Mut + Detailverliebtheit = Caesar

Warum braucht ein Trebern eine schöne Verpackung? Die Frage des Moderators - des Caesar Werbepreises 2011 - ist in wenigen Sätzen gar nicht so einfach zu beantworten ...
Oder um das Thema des Abends („Mut“) zu interpretieren: Gehört Mut dazu, um ein traditionell hergestelltes Produkt in ein Modernes Kleid zu stecken?
Am Beginn der Entwicklung des Verpackungskonzeptes der Stroblbauer-Produkte war nicht von Anfang an klar, wohin die Reise gehen soll. Wenn zwei unterschiedliche Charaktere wie Clemens Strobl und Anton Bauer ein gemeinsames Projekt starten, das auch noch den gemeinsamen Namen trägt, dann ist es in jedem Fall eine besondere Herausforderung dies auch im Package-Design der Produkte zu würdigen.
Gefördert durch den hohen Designanspruch des einen und herausgefordert durch das traditionsbewusste Verständnis des anderen, entstand eine Verpackung, die als Destillat oder besser noch als Quintessenz beider Vorstellungen angesehen werden kann.

 

Die weiße Karton-Außenhülle besticht durch ihre bewusst, reduzierte Gestaltung, welche mittels Farbcode am Deckel voneinander unterschieden werden kann. Die fensterartige Aussparung auf der Vorderseite gibt den Blick auf die Flasche frei... das Produkt der Weintrauben-Destillation - den Trebern von Stroblbauer. Die klare Flüssigkeit erlaubt es, den Betrachter zu überraschen. Denn die Abbildungen traditioneller Rosen auf der Innenseite des Rücketiketts werden durch die Flasche hindurch optisch vergrößert. Dieser etwas verschobene Blick auf ein alltägliches Produkt, lässt es zu einem besonderen, fast geheimnisvollen Objekt werden. Die Illustrationen der Rosen wiederholen sich auch auf der Innenseite der Verpackung. Die 4 Trester der Erstbefüllung sind klassisch durchnummeriert und haben jeweils am Boden der Verpackung die jeweilige Nummer in fetten Lettern aufgedruckt. Um die reduzierte Außenhülle wirken zu lassen, wird bewusst auf ein großes Frontetikett verzichtet. Deshalb dient das vordere Label nur als Fläche für die Namen und Jahrgangskennzeichnung des Tresterbrandes.

Die reduzierte Klarheit der Außenhülle steht in starkem Kontrast zur verspielten Detailverliebtheit der Innenhülle und sorgt dadurch für ein Spannungsverhältnis, mit dem das Produkt auf sich aufmerksam macht. Ein klares, vielschichtiges Konzept überzeugt nicht nur die Namensgeber und den Kunden, sondern auch die Jury des Werbepreises „Caesar“, indem sie es in der Kategorie Packaging am Abend des 19. Oktobers, in der Tabakfabrik in Linz mit Gold auszeichneten.
Nach einem gelungenen Gala-Abend mit Live-Musik, spannenden Gesprächen, Finderfood und einigen, bekannten Gesichtern, lässt sich zusammenfassend sagen: Ja, es gehört Mut dazu, sich abseits ausgetretener Pfade der Gestaltung zu bewegen, quer zu denken und auch anfängliches Scheitern zuzulassen, um das optimale Ergebnis für das Endprodukt zu erzielen. Es gehört auch Mut dazu diese Ideen reifen und wachsen zu lassen. Und gerade deshalb trifft das Zitat von Theodor Fontane exakt den Kern dieses Momentes: „Am Mute hängt der Erfolg“.

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Linz, September 2011

Duell der Web-Giganten: Facebook vs. Google

 

Der +1-Button war der Startschuss für das Duell zwischen Facebook und Google. Internetnutzer verbringen inzwischen mehr Zeit auf Facebook als auf Google. Kein Wunder das Google Handlungsbedarf sah und mit dem neuen sozialen Netzwerk Google+ kontert. Wer in Zukunft als Sieger aussteigt, wird sich zeigen...

 

Der Like-Button hat Gesellschaft bekommen

Google betont immer wieder das Unternehmensziel, User mit möglichst relevanten Inhalten versorgen zu wollen. Mit dem +1-Button macht der Web-Gigant einen weiterern Schritt, um dieser Philosophie gerecht zu werden. Den Empfehlungsbutton von Google gibt es seit Ende März und soll als Tourguide im World Wide Web fungieren. Das heißt, Empfehlungen von Freunden sollen zusätzlich helfen, relevantere Suchergebnisse zu erhalten.

 

Verglichen mit Facebook, rückt beim +1-Button die Vernetzung der Community etwas in den Hintergrund. Mit +1 bekommt man lediglich Empfehlungen von Personen, mit denen man im Google Account vernetzt ist. Die soziale Vernetzung ist aber nur eine Frage der Zeit, denn bald endet die Testphase von Google+ und Circles, Hangouts und Sparks werden für jedermann zugänglich.

 

Was kann Google+ sonst noch?

Aktuell ist Google+ also mit einer begrenzten Anzahl von Mitgliedern im Testbetrieb. Soweit ersichtlich, wirkt das Design der Plattform aufgeräumt und übersichtlich strukturiert – nicht überraschend, schließlich wurde ein ehemaliger Designer von Apple herangezogen.

 

Das gezielte Teilen von Inhalten steht bei Google+ im Vordergrund und ist vermutlich der größe Vorteil gegenüber Facebook. Nutzer können auf einfache Weise steuern, welche Inhalte für welche Online-Freunde sichtbar sind. Diese Funktion ist mittels „Circles“, ähnlich einer Facebook-Gruppe, realisiert und verspricht eine optimierte Verwaltung aller Kontakte und Inhalte. Google+ verfolgt dabei das Ziel, die Zentrale aller Kontakte zu werden, denn im Gegensatz zu Facebook ist es möglich auch Kontaktdaten von nicht registrierten Mitgliedern zu speichern.

 

Zudem können registrierte Personen Nachrichten posten oder mit bis zu zehn Teilnehmern ein „Google Hangout“ im Video-Chat abhalten. Der Themendienst „Sparks“ dient dazu, User automatisch über deren Interessen und Lieblingsthemen auf dem Laufenden zu halten. Genau hier haben Unternehmen die Möglichkeit gezielte Werbeanzeigen zu schalten. Die beschriebenen Tools sind laut Google aber erst der Anfang und eine mobile Version wird auch bald erscheinen.

 

Ringen um die Aufmerksamkeit der Internetnutzer

Warum will Google überhaupt ein soziales Netzwerk anbieten? Facebook wird zunehmend als Suchinstrument verwendet und Empfehlungen von Freunden spielen dabei eine große Rolle. Auch Werbeschaltungen auf Facebook sind für Unternehmen sehr attraktiv und stellen Konkurrenz für Google dar. Im Grunde heißt der Schlüssel zum Erfolg Aufmerksamkeit. Google verkauft im Prinzip seinen Anzeigenkunden die Aufmerksamkeit der User über das Google Werbenetz. Das heißt je mehr Klicks, desto mehr Umsatz. Diese Aufmerksamkeit muss das Unternehmen zunehmend mit über 700 Millionen Facebook-Mitgliedern teilen, die ihre Zeit lieber auf Facebook als auf Google verbringen. Aus diesem Grund reagierte Google vermutlich mit einem eigenen sozialen Netzwerk. Noch hat Google einen großen Vorsprung und verzeichnet, laut Berechnungen vom Spiegel Online beinahe 20 Dollar pro User im Jahr. Facebook hingegen verdient pro User nur drei Dollar im Jahr. Der Kampf um aktive Mitglieder und letztendlich der Verkauf von Werbeflächen wird folglich ein beinhartes Geschäft bleiben, denn schließlich geht es um viel Geld.

 

Fazit

Wer im Netz erfolgreich Produkte und Dienstleistungen verkaufen will, muss auf Empfehlungsmarketing setzen ­– das erkannte natürlich auch Google. Die Entwicklung des +1-Buttons ist allerdings noch ungewiss. Ist der Dienst erstmal ausgereifter, kann dieser im Online-Marketing durchaus eine wichtige Rolle spielen. Ob Facebook nun immun gegen Google+ ist und inwieweit Internetnutzer das neue Netzwerk in Zukunft akzeptieren, wird spannend. Für Google wird es wahrscheinlich schwer, Facebook das Wasser zu reichen, aber schlussendlich werden ohnehin die User entscheiden, welcher Web-Riese als Sieger hervorgeht.

 

Quellen:

http://www.youtube.com/watch?v=zLG6uvzKG0k

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,745755,00.html

http://www.google.com/+1/button/

https://plus.google.com/up/start/?et=sw&type=st

Bildquelle: http://likevsplus.com/

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Linz, September 2011

Guerilla Marketing - Schon vergessen?

 

Guerilla Marketing war vor einigen Jahren noch in aller Munde. Doch durch den Social Media Hype wurde es etwas ruhiger um dieses Thema. Schade eigentlich, denn gerade Guerilla Marketing scheint in Kombination mit sozialen Medien und dem Prinzip digitaler Mundpropaganda sehr vielversprechend für Unternehmen zu sein.

 

Zur Erinnerung...

Der US-amerikanische Marketingexperte Jay Conrad Levinson gilt als Vorreiter des Guerilla Marketings und definiert den Begriff folgendermaßen: "... the soul and essence of guerrilla marketing remain as always - achieving conventional goals, such as profits and joy, with unconventional methods, such as investing energy instead of money.“ Mit Eigenschaften wie überraschend, anders, niemals müde und unberechenbar beschreibt der Autor Felix Holzapfel dieses Marketinginstrument. Er interpretiert Guerilla Marketing als eine unternehmerische Einstellung mit dem Ziel, immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein, und mit möglichst wenig Aufwand für Gesprächsstoff in der jeweiligen Zielgruppe zu sorgen. Guerilla Aktionen haben also den Anspruch zu unterhalten und mit unkoventionellen Methoden Furore zu machen. Genau das ist der Grund, warum Guerilla Strategien für Social Media Kampagnen so spannend sind und noch lange nicht als veraltert gelten.

 

Warum nicht Guerilla Marketing mit Social Media Marketing verknüpfen?

Aufgrund von Facebook, Twitter & Co gab es nie eine bessere Gelegenheit als heute, Guerilla Kampagnen publik zu machen und die Nachhaltigkeit einer Aktion zu steigern. Verbraucher tauschen sich einfach gerne über unkonventionelle und lustige Werbung im World Wide Web aus. Für Guerilla Aktionen bieten soziale Netzwerke somit enorme Chancen, da sich Informationen in Windeseile verbreiten. Dabei muss man sich immer bewusst machen: „Medien stehen nie still, und potenzielle Kunden sind bewegliche Ziele. Um erfolgreich am Markt aufzutreten und sich in weiterer Folge zu etablieren ist eine Verknüpfung aus Offline- und Online Guerilla Medien als Basis am effizientesten. Das heißt Guerilla Marketing kann medienübergreifend und natürlich auch mit „klassischen“ Kommunikationsinstrumenten realisiert werden – Ideen „abseits der platt gewalzten Werbeautobahn“ sind dabei immer Grundvoraussetzung für die Umsetzung.

 

Gesprächsstoff in anvisierten Zielgruppen schaffen

Die Informationsüberlastung der Konsumenten nimmt durch das wachsende Medien- und Informationsangebot stetig zu und Rezipienten haben somit nicht mehr die Möglichkeit, das gesamte Werbeangebot aufzunehmen und zu verarbeiten. Das Ziel von Guerilla Marketing ist es daher, sich aus dem vorhandenen Reizangebot zu differenzieren und so den Konsumenten zu erreichen.

 

Dies gelang beispielsweise dem Autovermietungsunternehmen SIXT bzw. Autostar: „Bessere Mietwagen, kleinere Mietpreise. Noch besserer Service als bei SIXT. Mehr Infos unter gibsnisch.de.“ Diese Aussage leitete die Aktion mittels Anzeigen in diversen Zeitschriften ein. Auf der Website erfolgte dann der Überraschungsangriff für Besucher: „Einen besseren Autovermieter als SIXT? Gibs nisch! Mieten Sie gleich unter www.sixt.de.“ Diese Guerilla Attacke hatte Witz und verbreitete sich rasch über die soziale Kanäle des Internets. Die Story wurde in Foren und Webblogs diskutiert und an Freunde weiterempfohlen. Doch innerhalb kurzer Zeit erschien die Website „www.gibsdoch.de“. Hinter dieser Website stand jedoch der Konkurrent Starcar, der gekonnt auf die Aktion von SIXT einging und mit einer Guerilla Aktion konterte. Starcar sorgte so mit minimalem Budget in ganz Deutschland für Aufsehen und stieg als Gewinner dieser Marketingaktion aus. Diese Kampagne macht deutlich, dass es wichtig ist, zeitnah zu handeln, den Wettbewerb ständig zu beobachten und ein Guerilla Thema nicht immer selbst geschaffen werden muss, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

 

Guerilla Marketing – eine Gefahr für das Image?

Die Presse dient neben sozialen Kanälen, als weiterer Multiplikator für die Verbreitung der Werbebotschaft. Viele Guerilla Marketing Aktionen beabsichtigen daher eine gewisse Medienresonanz, da so die Reichweite ausgebaut werden kann. Grundsätzlich gilt je ungewöhnlicher die Idee, desto eher berichten die Medien darüber. Dabei ist aber immer das Risiko zu bedenken, dass es nicht beeinflussbar ist, wie und wann Inhalte der Öffentlichkeit dargelegt werden. Gezielte Planung ist daher notwendig, um die eingeschränkte Kontrolle von Guerilla Feldzügen zu minimieren. Bezogen auf das Social Web bedeutet das folgendes:

  • Auf unnötige Belästigungen der Konsumenten, wie Spam-Mails und dergleichen verzichten.
  • Internet-User nie für dumm verkaufen, indem Schleichwerbungen durch Blogger praktiziert oder Angebote unter einem falschen Namen in Communitys platzieren werden. Diese irreführenden Aktivitäten sabotieren den Ruf eines jeden Unternehmens.
  • Erstklassige und erfolgreiche Guerilla Kampagnen werden immer kritisiert – das muss jedem Unternehmen bewusst sein. Doch erst durch diese Kritik erreicht ein Unternehmen eine breite öffentliche Diskussion und distanziert sich so von Langeweile in der Werbung.


Zusammenfassend ist

Guerilla Marketing leider kein „Werbe-Wundermittel“, vielmehr ist es als ungewöhnliche Kommunikationsmaßnahme zu sehen, welche für Gesprächsstoff im Social Web sorgt und so den Bekanntheitsgrad einer Marke steigert.

 

Weitere Best Practice Beispiele

  • Das Beispiel von Twentieth Century Fox zeigt, dass Guerilla Aktionen auch im Bereich Mobile Marketing Erfolg haben. Kurz vor Kinostart des Thrillers „Hide and Seek“ wurden zahlreiche SMS mit dem Text „Dreh dich doch mal um …“ verschickt. Erst durch Herunterscrollen der SMS erfolgte die Auflösung: „Du siehst mich nicht! Ich habe mich versteckt. HIDE AND SEEK, der Horrorthriller jetzt im Kino. www.fox.de“. Empfänger leiteten die SMS an Freunde weiter und so wurde mit wenig finanziellen Mitteln kräftig die Werbetrommel für den Film gerührt.
  •  Haarausfall? Der Alpecin Glatzenrechner ermöglichte Usern zu erfahren, wie lange ihre Haarpracht noch Bestand hat. Dieses witzige Tool von Alpecin wurde tausendfach in sozialen Medien weiterempfohlen und steigerte den Bekanntheitsgrad der Marke erheblich.
  • Auch Barack Obama verwendete für seinen Präsidentschaftswahlkampf Methoden des Guerilla Marketings. Kurz vor der Wahl kursierten Gerüchte Obama sei Muslime. Obama reagierte, indem er die Website „www.isobamamuslim.com“ ins Netz stellte. User bekamen bei einem Besuch der Site ein eindeutiges „NO“ als Antwort. Eigentlich keine große Kunst, aber man muss dabei berücksichtigen, dass zu dieser Zeit "Is obama muslim?" zu einem der meist gesuchtesten Begriffen bei Google wurde. Dank SEO und AdWords erreichte die Website Platz eins im Google Ranking.

 

Quellen:

Levinson, J.-C./Godin, S. (2000): Das Guerilla Marketing Handbuch.

Werbung und Verkauf von A bis Z, 2. Auflage, Frankfurt/Main.

Holzapfel, F. (2008): Guerilla Marketing – Einfach. Überraschend. Anders, in: Schwarz, T. (Hrsg.): Leitfaden Online Marketing. Das kompakte Wissen der Branche, 2. Auflage, Waghäusel.

Kutzborsk

i, R. (2008): Guerilla Marketing und Virales Marketing.

Alternativen zur klassischen Werbung?, Hamburg.

Schulte, T. (2007): Was ist Guerilla Marketing? – Große Wirkung mit kleinem Budget?, http://www.guerilla-marketing-portal.de/doks/pdf/GMP_Was-ist-Guerilla-Marketing_03-2007.pdf, Abfrage: 22.03.2010.

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/38003444@N05/5192671161/sizes/l/in/photostream/

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